1900

Rohrhammer der Abteilung Sömmerda 1901

Ab 1900 begann die Elektrifizierung der Stadt. Den Strom lieferte zunächst das Wasserkraftwerk im Rohrhammer, 1912 kam die Dieselkraftstation der Rheinmetall hinzu. Diese Kapazitäten reichten bald nicht mehr aus, so daß Strom vom Kraftwerk Thüringen in Gispersleben bezogen werden mußte.
1901 endete die Ära Dreyse mit der Übernahme der in Konkurs geratenen AG (Munitions- und Waffenfabriken Sömmerda AG, vormals von Dreyse) durch die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik Düsseldorf als Abteilung Sömmerda. Die Düsseldorfer Firma beteiligte sich bereits schon 1899 an der AG.
Nun war die Bühne frei für einen Mann, der die Geschicke des Betriebes und damit der gesamten Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Maße bestimmen sollte, wie es nur Nicolaus von Dreyse ein halbes Jahrhundert vor ihm getan hatte. Die Rede ist von Heinrich Ehrhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik Düsseldorf, begabter Ingenieur und Maschinenkonstrukteur.
Der Mordernisierungsschub hatte in der Zeit der Aktiengesellschaft (1899-1901) begonnen und wurde nach dem Kauf von Rheinmetall verstärkt. Das Werk in Sömmerda erfüllte alle Voraussetzungen für die Einrichtung einer Zünderfabrik. Ehrhardt hatte von Beginn an den Vorsitz im Aufsichtsrat in Sömmerda und somit trugen die Modernisierungsmaßnahmen seine Handschrift, als auch die Orientierung auf die Rüstungsproduktion. Weitere Fabrikgebäude entstanden: die Gewehrfabrik, die Spezialfabrik für Gewehrläufe, die Munitionsfabrik, die Maschinenfabrik und die Eisengießerei.
Die Geschäfte, insbesondere mit dem Ausland, gingen im letzten Jahr vor dem Krieg glänzend. Die Waffenfabrik spielte mit ihrer Beschäftigtenzahl von 1200 Arbeiterinnen und Arbeitern und 50 Beamten erneut die dominierende Rolle in Sömmerda, wie in den besten Zeiten unter dem Erfinder Nicolaus von Dreyse.