1834

Fabrikanlage Firma Dreyse/Collenbusch 1843

Nicolaus Dreyse trennte sich 1834 von Carl Collenbusch und widmete sich voll dem Zündnadelgewehr, das er 1828 erfunden hatte. Nach langjähriger Erprobung und Weiterentwicklung des Zündnadelgewehres kam es 1840 zu großen Staatsaufträgen vom preußischen König Friedrich Wilhelm. Dreyse kaufte eine alte Leimsiederei und baute dort, am späteren Standort des Büromaschinenwerkes, eine Gewehrfabrik für Zündnadel-Vorder- sowie Zündnadel-Hinterlader. Im Jahre 1841 nahm diese ihren Betrieb auf und beschäftigte in der Blütezeit bis zu 1500 Arbeiter und Arbeiterinnen.
Die Fabrik sollte über anderthalb Jahrhunderte hinweg zum dominierenden Faktor in der Region werden. 1841 erwarb Dreyse die Walk- und Ölmühle und baute sie zu einem Rohrhammerwerk um. Hier wurden die Gewehrläufe produziert. Aus dem Rohrhammerwerk wurde später ein kleines Wasserkraftwerk. Das in der Neuen Straße, ab 1924 Adolf-Barth-Straße, gelegene Mühlenwerk wurde ebenfalls von Dreyse erworben. Am 9. Dezember 1867 starb Nicolaus Dreyse in Sömmerda. Sein Sohn übernahm die Firma. Unter Franz Dreyse profilierte sich die Fabrik mit hochwertigen Jagdwaffen. Mit dem Tod von Franz und mit der Umwandlung des Betriebes 1899 in eine AG, ging die Dreyse-Ära mit dem 19. Jahrhundert zu Ende.
Die Gründung einer kleinen Handstrichziegelei erfolgte 1858 durch den Landwirt Martini und den damaligen Bürgermeister Diethold. Dessen Sohn, Hermann Martini, übernahm den Betrieb 1887 und es entstand daraus in den folgenden Jahrzehnten eine der modernsten und bedeutendsten Großziegeleien Deutschlands.
Nach der Trennung 1834 von Nicolaus Dreyse führte Carl Collenbusch die Munitions-, Zündhütchen- und Nietenfabrik weiter und nach seinem Tod (1849) seine Söhne. 1875 produzierten dort 155 Arbeiterinnen und 48 Arbeiter Zündhütchen, Patronenhülsen, Munitionsartikel, Niete und Striegel. Bis 1945 reichte die Geschichte dieses Rüstungsbetriebes.