1817

Werbeschild der Firma Dreyse/Collenbusch

Bis 1817 war Sömmerda eine Stadt, in der vorwiegend Landwirtschaft, Handwerk und Handel betrieben wurden. Um 1816/17 begann die Betriebsgeschichte des Büromaschinenwerkes mit der Gründung der "Dreyse & Kronbiegel - Metallwarenfabrik" und damit die industrielle Entwicklung Sömmerdas. Friedrich Kronbiegel, ein Knopffabrikant aus Erfurt, lieferte das nötige Kapital und Nicolaus Dreyse, gelernter Schlosser, Erfinder und Konstrukteur von Werkzeug- und Antriebsmaschinen (Bsp. Dampfmaschine, Knopfpresse - eine seiner ersten Maschinen, mit der Metall kalt umgeformt werden konnte), seine Ideen. Produziert wurden Eisenwaren wie Knöpfe, Nägel, Striegel, Fensterbeschläge und Lanzenspitzen. 1820 starb Friedrich Kronbiegel. Die Firma steckte in einer finanziellen Krise. Carl Collenbusch, sein ehemaliger Geschäftsführer in der Knopffabrik, schaltete sich ein und verschaffte Aufträge aus Berlin vom Kriegsministerium.
1821 heiratete Collenbusch die Witwe Kronbiegels, übernahm Rechte an der Firma und die Geschäftsleitung. Die Firma wurde umbenannt in "Dreyse & Collenbusch - Metallwarenfabrik". Die Aufträge aus Berlin vom Kriegsministerium, die Beteiligung an Heeresbestellungen veränderten das Produktionsprofil der "Dreyse & Collenbusch - Metallwarenfabrik".
Auf dem Gebiet der Waffentechnik hatte sich viel getan, z.B. die Erfindung des Perkussionsgewehres. Die Produktion der dafür benötigten Zündhütchen versprach ein gutes Geschäft. Der Unternehmergeist Collenbuschs war die treibende Kraft. Er veranlaßte Dreyse, eine Maschine zur Herstellung von Zündhütchen zu bauen.
Der Schritt zur Waffenproduktion war gemacht. Ab 1824 nannte sich die Firma "Dreyse & Collenbusch - Zündhütchen- und Munitionsfabrik".
1828 beschäftigte die Firma bereits 50 Männer und 32 Frauen. Als Pionierleistung galt die Einrichtung einer Krankenkasse für die Belegschaft. Dreyse reichte nach erneuter erfinderischer Praxis mehrere Gewehrvarianten zur Patentierung ein, u.a. Zündnadel-Vorder- sowie Zündnadel-Hinterlader.