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Siegel des Dorfes Sömmerda

Über Entstehung und Bedeutung des Namens Sömmerda (früher Sumerda, Sumerde, Sumerdi usw) bestehen in der Hauptsache zwei Meinungen. Die erste und nach unserer Ansicht zutreffende, deutet den Wortstamm der früheren Namensform "Sumerda" - ferner nach seinen Bestandteilen Sump und mer = Sumpf und Moor, als Sumpfmoorstätte. Sömmerda bedeutet danach einen Ort in sumpfiger feuchter Gegend.
Neuerdings wird die Richtigkeit dieser Ansicht bestritten. Man findet nach einer zweiten Meinung den eigentlichen Sinn des Namens Sömmerda in der Bezeichnung der ersten Bewohner unserer Gegend, nämlich der Sumerer. Die verschiedenen Endungen haben nach dieser Auslegung die Bedeutung "zur Sippe gehörig, Stätte, Gemeinde usw." Sömmerda würde nach dieser zweiten Erklärung Stätte der Sumerer zu bedeuten haben.
Für den Bereich der Stadt läßt sich eine Siedlungskontinuität etwa seit dem Beginn der Zeitrechung belegen. Im Jahre 876 wird Sömmerda erstmalig urkundlich im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung über Zehntrechte des Klosters Fulda in Thüringen genannt. König Konrad schenkt dem Kloster Fulda im Jahre 918 Güter zu Sömmerda. Rechte im Ort behält das Kloster bis in die Neuzeit.
1268 wird Graf Heinrich von Hohnstein vom Abt Berthold zu Fulda mit Sömmerda belehnt. Die erste urkundliche Erwähnung der St.-Petri-Kirche und eines Vogtes in Sömmerda erfolgt 1308. Die St-Bonifatius-Kirche wird erstmals 1368 urkundlich erwähnt. Die Walk- und Mehlmühle wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt. Der erste Beleg eines Siegels des Dorfes Sömmerda (ältestes Dorfsiegel Thüringens) stammt aus dem Jahr 1369. Vermutlich Anfang der 50er Jahre des 14. Jahrhunderts erhält Sömmerda analog Greußen und Clingen, die zum selben Territorium gehören, städtische Rechte durch Graf Heinrich V. von Hohnstein. Nach dessen Tod gelangt der Ort 1356 auf der Grundlage eines Erbvertrages von 1325 in den Besitz der Grafen von Schwarzburg. Unter den Schwarzburgern wird Sömmerda als Dorf bezeichnet. Verschiedene Fakten lassen den Ort jedoch als eine Minderstadt erscheinen. Noch unter den Hohnsteinern bzw. unter den Schwarzburgern dürfte Sömmerda seine Stadtstatuten erhalten haben, die weitestgehend mit denen von Greußen übereinstimmen. Das Wenigensömmersche Tor und der Turm wurden vermutlich 1389 errichtet. Das Erfurter Tor wurde im Jahre 1395 erbaut und stellt mit den sechs Stadtmauertürmen eine interessante Überlieferung dar. Es ist das älteste Bauwerk der Stadt. Sömmerdaer Bürger wurden 1404 erstmals erwähnt.