1994

Rentaco-Gebäude

1994 entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Böttner ein modernes Büro- und Geschäftszentrum mit Tiefgarage - Rentaco.
Dem wachsenden Bedarf der Bevölkerung nach Wohnungseigentum wird durch Neubau von Eigentumswohnungen (Derra-Wohnanlage Erfurter Höhe) und Sanierung von vorhandenem Wohnraum sowie anschließendem Verkauf entsprochen. Auf dem Gebiet zwischen Gartenberg und Fichtestraße, östlich des Kurt-Neubert-Sportparks, soll ab 1995 ein neues Wohngebiet entstehen. Die Sanierung der Plattenbauwohngebiete sowie der Altstadt wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Gleiches trifft auf die Infrastruktur der Stadt zu. 1993 beginnt der Bau eines umfangreichen Sammlersystems in der Stadt und eines modernen Klärwerkes nordwestlich vom Ortsteil Wenigensömmern an der Unstrut, an das auch die Ortsteile angeschlossen werden sollen. Nach der Inbetriebnahme kann die in den 20er Jahren gebaute, veraltete und seit Jahren nicht mehr ausreichende Kläranlage auf dem BWS-Gelände stillgelegt werden.
Durch Aufbau des Gasversorgungsnetzes in verschiedenen Stadtteilen sowie Ausbau des Fernwärmenetzes, verbunden mit der Umrüstung des Heizkraftwerkes der Sömmerdaer Energieversorgung GmbH auf Gasfeuerung, wird ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Luftqualität getan.
Nach dem bereits 1974 Wenigensömmern und Rohrborn als Ortsteile zu Sömmerda kamen, folgte Schallenburg 1993. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform entschloß sich die Mehrheit der Bevölkerung von Frohndorf, Leubingen mit Stödten, Orlishausen und Tunzenhausen zur Eingemeindung nach Sömmerda. Die Eingemeindung wurde mit Wirkung vom 26. Januar 1994 vollzogen. Gleichzeitig kommen damit drei neue Gewerbegebiete in Leubingen, Orlishausen und Tunzenhausen hinzu. Die Ortsteile werden durch ihren dörflichen Charakter geprägt. Die früher hier dominierenden Bauernhöfe sind infolge der LPG-Bildung weitestgehend verschwunden und durch landwirtschaftliche Großanlagen an den Ortsrändern ersetzt worden. Diese werden auch noch teilweise durch die Agrargenossenschaften und ähnliche landwirtschaftliche Betriebe genutzt bzw. beherbergen heute Produktions-, Handels- oder Dienstbetriebe.
Sömmerda hat jetzt 25.500 Einwohner und bleibt Kreisstadt im erweiterten Landkreis Sömmerda.
Zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur soll die Autobahn A71 entstehen, die in Verlängerung der Thüringerwald-Autobahn im ersten Abschnitt bis Sömmerda reichen und später nach Norden in Richtung Magdeburg weiterführen soll. Zur Entlastung der Stadt vom Durchgangsverkehr ist eine Nordumgehung im Zuge der B176 vorgesehen, die gleichzeitig das Gewerbegebiet am Unterwege verkehrstechnisch besser anbinden soll.
Durch die Deutsche Reichsbahn/Deutsche Bahn AG wurde in den letzten Jahren die Bahnstrecke Erfurt-Sömmerda zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Es ist geplant, daß Sömmerda einmal nördlicher Endpunkt eines Erfurter S-Bahnnetzes wird. Über den durchgängigen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Gesamtstrecke bis Sangerhausen soll später entschieden werden. Bleibt zu hoffen, daß auch die Strecke Straußfurt-Großheringen erhalten bleibt.
Die Realisierung dieser Projekte wird sicherlich positive Impulse für die weitere Entwicklung unserer Stadt bringen.
Für die den Luftweg nutzenden Reisenden steht der Flugplatz Dermsdorf (bis 5,7 t Fluggewicht) zur Verfügung.