1960

Lange Brücke (Weißenseer Straße)

Ab 1960 gibt es in Sömmerda, Wenigensömmern und Rohrborn die sozialistische Landwirtschaft, d.h. alle Landwirte einschließlich der Neubauern wurden in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften - LPG - "vereint". Um Sömmerda herum gibt es nur noch landwirtschaftliche Großflächen.
Anfang der 60er Jahre wird die Brauerei Böttner einschließlich Kartoffelflockenfabrik stillgelegt und im Zusammenhang mit dem Ausbau der F176 und der neuen Straßenkreuzung abgebrochen. 1963 wird das Soemtronhaus errichtet.
Mit den Erweiterungsbauten des Büromaschinenwerkes an der Wielandstraße in den Jahren 1967-70 muß der dort gelegene Sportplatz weichen. Als Ersatz wird an der Fichtestraße der Kurt-Neubert-Sportpark angelegt und später mehrfach erweitert. Das Stadtbad am Rohrhammer wird in dieser Zeit zu einer großzügigen Anlage ausgebaut und an der Weißenseer Straße eine Schwimmhalle errichtet.
Durch das in den 50er Jahren errichtete Rückhaltebecken Straußfurt, die Verlegung des Flußlaufes der Unstrut westlich und nördlich des Büromaschinenwerkes/Betonwerkes und die späteren umfangreichen Meliorationsmaßnahmen verschwinden die ständig wiederkehrenden Unstrut-Hochwasser. Sie hatten außer dem Ried auch oft Teile der Stadt überflutet. Im Zuge der Meliorationsmaßnahmen entstehen neben der Riedtorbrücke ein neues Unstrut-Wehr, am Neutor der Gondelteich und zwischen Stadtbad/Stadtpark sowie Unstrut eine Wildwasserstrecke für die Kanuten. Das Bootshaus der Kanuten ist bereits 1953 auf dem Gänseanger an der Riedtorbrücke erbaut worden. Der Rohrhammergraben wird verfüllt, da das Wasserkraftwerk schon lange vorher stillgelegt und demontiert worden war. Das "kleine" Wehr neben der Rohrhammerbrücke und der Graben um die Dreyse-Mühle verschwanden ebenfalls im Rahmen dieser Maßnahmen. Die Flußlandschaft der Unstrut-Niederung hat damit aber auch wesentliche Teile ihres Charakters verloren. Im Jahr 1969 wird ein Heizkraftwerk und eine Fernheiztrasse zum Stadtteil Neue Zeit erbaut, weitere Teile der Stadt und verschiedene öffentliche Gebäude, werden in der Folge angeschlossen. Die Umgestaltung des Marktplatzes/Marktstraße beginnt. 1976 begeht Sömmerda die 1100-Jahrfeier. Die Festwoche wird mit einem historischen Umzug begonnen.
Die Peripherie der Stadt wird durch eine große Anzahl von Kleingartenanlagen geprägt, die teilweise ihren Ursprung in den 20er Jahren haben, in der Mehrzahl aber in den letzten 40 Jahren entstanden sind.