1913

Altstadt (Luftbild um 1929)

1913 wird der erste große Schulbau der Stadt an der Kölledaer Straße seiner Bestimmung übergeben, die heutige Salzmannschule. Der Bürgermeister Gustav Enzmann und Bruno Kronbiegel-Collenbusch werden im Jahr 1916 Ehrenbürger von Sömmerda. 1920 wird das Jugendheim (Schülerfreizeitzentrum) erbaut. Kapp-Putsch und Märzkämpfe finden in Sömmerda 1920 statt. Durch den Magistrat von Sömmerda wird im Jahr 1921 ein Notgeld herausgegeben. Die ehemalige Präparantenanstalt (Lehrerbildung) in der Bahnhofstraße wird 1922 zum Krankenhaus umgebaut, aus dem sich nach mehrfachen Um- und Erweiterungsbauten das heutige Kreiskrankenhaus entwickelt. Am Anger wird 1926 ein Kriegerdenkmal enthüllt. Ein Postneubau mit Fernmeldeamt wird 1929 in der Bahnhofstraße errichtet. Die alte Post wird zur Stadtsparkasse umgebaut.
In den 20er Jahren nimmt die Rheinmetall die Produktion von Büromaschinen und von Baugruppen für Kraftfahrzeuge (u.a. Gelenkwellen) auf.
Die Firma Dreyse & Collenbusch bringt 1924 ihre Laborierbetriebe in die aus mehreren deutschen Munitionsbetrieben entstandene Selve-Kronbiegel-Dornheim AG (Selkado) ein. Die Nietenfabrik wird in den folgenden Jahren infolge des technologischen Wandels und der Wirtschaftskrise stillgelegt.
Die 1533 erstmals urkundlich belegte Schützenkompanie Sömmerda feiert 1925, auf der Grundlage einer Bauernkriegslegende ihr 400-jähriges Bestehen. Sie hatte sich zu einem der bedeutendsten Vereine der Stadt entwickelt. Es kann heute davon ausgegangen werden, daß die Schützenkompanie noch wesentlich älter ist als man damals angenommen hatte. 1936/37 kann der neue Schießstand an der Kreischaussee gegenüber Selkado eröffnet werden. 1945 muß sie ihr Vereinsleben einstellen, der Schießstand wird abgerissen.
Die Firma Paul Kätsch GmbH wird 1926 gegründet und stellt in ihrem neu errichteten Fabrikgebäude am Stadtring mit 40 Beschäftigen monatlich 2.000 Hochfrequenz-Heil-Apparate der Marke "Phönix" her. Nach dem Krieg wird hier eine Kondensatorenfabrik ansässig. Später befand sich im Gebäude das Polytechnische Zentrum des Büromaschinenwerk (BWS). Gegenwärtig wird es nicht genutzt. 1931 beginnt der Bau der städtischen Badeanstalt. In der Volkswohlsiedlung wird ein fränkisches Gräberfeld entdeckt. 1934/35 entsteht der Bau des Feuerwehr-Gerätehauses am Parkweg.
Im Jahr 1937 zählt Sömmerda 1.529 Wohnhäuser und 11.152 Einwohner. Neben den genannten Firmen gab es in der Stadt noch zwei Sägewerke/Holzbaubetriebe, von denen die Firma Schmidt & Altenstädter GmbH Zimmerei und Treppenbau heute noch auf ihrem Standort in der Karl-Marx-Straße existiert.
Die Aufrüstung in den 30er Jahren führt zu einem erneuten Aufschwung für Rheinmetall, die inzwischen als Rheinmetall-Borsig AG Werk Sömmerda firmiert. Das Werk wird ausgebaut. In der Stadt entstehen die Siedlungen an der Frohndorfer Straße, Friedrich-Ebert-Straße und Klinger-Siedlung.
Rheinmetall beschäftigt 1944 14.608 Menschen, davon 6.034 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in 15 Lagern in und um Sömmerda untergebracht sind. Am 11.04.1945 wird Sömmerda von amerikanischen Truppen besetzt.