1900

Salzmann-Schulgebäude von Westen

Ab 1900 beginnt die Elektrifizierung der Stadt. Den Strom liefert das Wasserkraftwerk in Rohrhammer.
1901 endet die Ära Dreyse mit der Übernahme des Werkes durch die Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik Düsseldorf als Abteilung Sömmerda. 1905 zählt die Stadt 736 Wohnhäuser, 1.231 Haushaltungen und 5.155 Einwohner. Die Enthüllung des Dreyse-Denkmals wird 1909 auf dem Markt vorgenommen. Ab 1911 beginnen umfangreiche Baumaßnahmen, die bis 1918 fortgeführt werden. Die Rheinmetall ist voll in die Rüstungsproduktion eingespannt, die Belegschaft wächst während des ersten Weltkrieges auf 10.000 Beschäftigte an. 1912 kommt die Dieselkraftstation (1.000 kW) der Rheinmetall hinzu. Diese Kapazitäten reichen bald nicht mehr aus, so daß Strom vom Kraftwerk Thüringen bezogen werden muß. Die Laborierbetriebe der Firma Dreyse & Collenbusch werden in dieser Zeit durch drei große Gebäude erweitert - 700 Beschäftigte. Parallel mit dem Ausbau der Rheinmetall entstehen die ersten Wohnsiedlungen in der Aue am Werksrand und ab 1915 der Gartenberg.
Die städtische Badeanstalt wird 1913/14 an der Unstrut errichtet. In den Ranstedter Erlen wird eine Vogelschutzanlage geschaffen. Ein Großfeuer vernichtet am 11. August 1911 am Anger, in der Quer- und Mittelstraße 11 Wohnhäuser mit Hintergebäuden, in der Moltkestraße (Thälmannstraße) werden 4 Scheunen eingeäschert. Vier Wochen später brennen bei einem weiteren Feuer in der Pfarr- und Bismarckstraße (Breidscheidtstraße) 4 Wohnhäuser nieder. Ein weiteres Großfeuer, das drei Tage dauerte, zerstörte 1918 große Teile der Martiniwerke. Bereits 1893 und 1909 war es zu Großbränden gekommen. Der Wiederaufbau konnte jeweils in kürzester Zeit realisiert werden. Dagegen waren die Schäden des Brandes von 1918 durch die Nachkriegsprobleme und Inflation erst 1927 beseitigt.