1621

Alte Schriftstücke

Ab 1621 hat Sömmerda zunehmend unter den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden. Vor allem die Lage an einem Unstrutübergang bedingte zahlreiche Durchzüge. Zusammen mit Kontributionen und Plünderungen führen diese zu einer Verelendung der Einwohnerschaft, die gleichzeitig durch verschiedene Epidemien dezimiert wird. Gegen Ende des Krieges leben noch ca. 400 - 600 Menschen in der Stadt, von 310 Anwesen sind nur noch 110 bewohnbar, die übrigen sind verbrannt bzw. zerstört, auch die Walkmühle wird durch Brand vernichtet. In den Jahren 1622-37 ist der Komponist Michael Altenburg Pfarrer an der
St.-Bonifatius-Kirche. König Gustav Adolf von Schweden weilt 1631 in Sömmerda. Die Walkmühle wird in den Jahren 1656/57 wieder neu aufgebaut. Die Leineweber erhalten 1662 ihre Zunft.
1664 verliert die Stadt Erfurt ihre Unabhängigkeit. Sömmerda kommt dadurch, wie das übrige Erfurter Landgebiet, zum Kurfürstentum Mainz. Vor dem Erfurter Tor entsteht 1668 der Neubau eines Hospitals. Die Zunft der Tuchmacher, die während des Krieges eingegangen war, wird 1670 neu gegründet. Die Zunft der Fleischer wird 1671 erneuert. Im Jahr 1684 bekommt Sömmerda die Erteilung des dritten Marktprivilegs.