Nicolaus von Dreyse (20.11.1787 - 09.12.1867)

Johann Nicolaus Dreyse wurde am 20. November 1787 als Sohn des Schlossermeisters und Ackerbürgers Johann Christian Dreyse geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er in Sömmerda und erlernte den Beruf des Schlossers. Am 15. Oktober 1806 begab sich Dreyse auf Wanderschaft. Dabei soll er über das Schlachtfeld bei Jena (Schlacht bei Jena und Auerstedt 14. Oktober 1806) gekommen sein. Er habe die Gefallenen gesehen und die Gewehre begutachtet sowie deren Unbrauchbarkeit festgestellt. Dies sollte sein späteres Leben entscheidend prägen. Ob es so war, oder ob es eine ihm von Journalisten dem Zeitgeist entsprechend aufgeprägte Legende war, ist heute nicht mehr mit letzter Sicherheit nachweisbar. Nach einer Tätigkeit an verschiedenen Orten in Deutschland, begab sich Dreyse 1809 nach Paris und arbeitet u. a. in der Gewehrfabrik von Pauli. Hier lernte er neue Patronentypen als auch das Pauli-Hinterladegewehr kennen und bekam wesentliche Impulse für seine spätere Arbeit, sein Erfindergeist wurde geweckt. 1814 kehrte er nach Sömmerda zurück. Nach dem Tod seines Vaters 1815 übernahm er dessen Werkstatt. Neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Schlossermeister betätigte sich Dreyse als kreativer Erfinder. Er konstruierte eine neuartige Dampfmaschine, die später auch patentiert wurde und schuf als erster Maschinen zur Kaltverformung von Metallen. Eine spezielle Knopfpresse für Metallknöpfe kam dann in der mit der Erfurter Knopffabrik Kronbiegel gemeinsam 1816 gegründeten "Dreyse & Kronbiegel-Metallwarenfabrik", der späteren Firma "Dreyse & Collenbusch", in Sömmerda zur Anwendung. Dreyse beschäftigte sich mit der Konstruktion eines neuartigen Gewehres (Hinterlader) und der zugehörigen Munition. 1828 wurde das Zündnadelgewehr patentiert. Nach langwierigen Versuchen und weiteren Verbesserungen kamen 1840 die ersten großen Aufträge. Dazu wurde 1841 die Gewehrfabrik errichtet. Mit dieser Fabrik begann die Entwicklung Sömmerdas zur Industriestadt. In den folgenden Jahren betätigte sich Dreyse nicht nur als Unternehmer, sondern widmete sich auch erfolgreich der Weiterentwicklung seiner Waffentechnik. Nicolaus Dreyse wurde hoch geehrt, 1854 zum Geheimen Kommissionsrat ernannt und 1864 vom preußischen König für seine Verdienste in den erblichen Adelsstand erhoben. Man benannte eine Straße nach ihm, auf dem Marktplatz errichten ihm die Sömmerdaer Bürger ein Denkmal, das leider durch die "Bilderstürmer" nach 1945 beseitigt wurde. Zur Zeit erinnern nur eine Ehrentafel an seinem Geburtshaus Lange Straße 2 und der Schützenverein Nicolaus von Dreyse, der seinen Namen trägt, an ihn.