Carl Schleusing (21.11.1865 - 11.03.1953)

Nach einer Tätigkeit als Graveur und Ziseleur in der Gold- und Silberwarenindustrie, die ihm hervorragende Zeugnisse einbrachte, machte er sich selbständig und betrieb in Zella St. Blasii eine Kunstanstalt. Am 31. Januar 1895 erhielt er durch den Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha das Prädikat eines Herzoglich-Sächsischen Hoflieferanten. Diese Tätigkeit schien ihn nicht auszufüllen, denn er wandte sich daneben auch der künstlerischen Ausbildung zu und war als Zeichenlehrer an Gewerbeschulen und zuletzt als Direktor der Kunst- und Gewerbeschule Meiningen tätig. 1898 ging er ganz in die künstlerische Ausbildung und wurde Leiter der Malerschule Wien. 1909 wechselte er nach Berlin und wurde Direktor der Gewerbe- und Kunstgewerbeschule Berlin-Schöneberg. In seinem Fachgebiet gab er verschiedene Fachbücher heraus. 1913 stiftete er zur Einweihung der neuen Sömmerdaer Schule (Salzmannschule) ein von ihm gemaltes Porträt des Turnvaters Jahn, was die Turnhalle jahrzehntelang zierte. Er weilte später oft in Tunzenhausen und Sömmerda. Als diplomierter Kunstmaler porträtierte er Könige und Fürsten sowie deren Familienmitglieder, welches ihm mehrfach den Titel eines Hofmalers einbrachte. Durch diese Arbeiten galt er in Kunstkreisen als einer der hervorragendsten Porträtmaler seiner Zeit. Auch als Landschaftsmaler hat sich Schleusing durch seine vielen Studienreisen in aller Welt einen großen Namen gemacht. Nach dem ersten Weltkrieg ging Schleusing in die USA, lebte in Montclair N. J. und wurde später amerikanischer Staatsbürger. Er weilte aber auch oft über längere Zeiträume in seiner Heimat, da er in Berlin eine Villa besaß. Schleusing war nicht nur Künstler, sondern ein vielseitig interessierter Mensch. Er bildete sich auch auf anderen Gebieten weiter und promovierte zum Doktor der Naturheilkunde. 1932 wurde er als außerordentlicher Professor auf den Gebieten der wissenschaftlichen Naturheilkunde, Lebensformen und Anatomie an die American School of Naturopathy New York berufen. Seiner großen Liebe, der Malerei und bildenden Künste, hielt er jedoch immer die Treue, was auch darin zum Ausdruck kommt, daß er neben der vorgenannten Tätigkeit auch als Lehrer an der Newark Public School of Fine and Industrial Arts lehrt. Selbst im hohen Alter war er Lehrer an der Academy of Arts, Newark, N. J. Seine vielen Auszeichnungen und goldenen Medaillen von Kunstausstellungen und regierenden Fürstenhäusern geben Zeugnis von seinem hohem künstlerischen Schaffen. Viel geehrt, auch mit einem Ehrendoktor der Philosophie, starb Prof. Dr. Schleusing am 11. März 1953 in Montclair. Begraben wurde er, entsprechend seinem Wunsch, in seiner alten Wahlheimat Berlin, auf dem Waldfriedhof an der Heerstraße.