Bürgermeister sah sich in Unternehmen um
10.03.16 07:19

AUDIA AKUSTIK GmbH und Püplichhuisen informierten über Produktion und Probleme bei Fachkräftegewinnung

Beim Rundgang führte Geschäftsführer Lutz Kupper (3. v. l.) Otto Rosenstiel, Petra Kunz und Bürgermeister Ralf Hauboldt auch in die Fertigung. Dort ist auch Mitarbeiterin Isabelle Bretschneider tätig.

Einen Überblick über die Vielfalt der Im-Ohr-Kopfhörer zeigte Lutz Kupper in den Vitrinen.

Leiterplatten gehören zur Produktionspalette der Püplichhuisen GmbH, wie hier Niederlassungsleiter Uwe Stadel (r.) dem Bürgermeister Ralf Hauboldt und Otto Rosenstiel zeigte.

Im Bereich der Kabelfertigung schauten Otto Rosenstiel, Bürgermeister Ralf Hauboldt und Uwe Stadel Mitarbeiterin Karin Müller über die Schulter.

Nach der Betriebsbesichtigung am 29. Februar in der Firma Trimet Automotive Sömmerda GmbH & Co. KG in Sömmerda besuchten Bürgermeister Ralf Hauboldt, Otto Rosenstiel, Amtsleiter Bau- und Umweltamt, und Petra Kunz, Mitarbeiterin Wirtschaftsförderung, am 08. März die Sömmerdaer Firmen AUDIA AKUSTIK GmbH und Püplichhuisen GmbH.

Vor 24 Jahren startete die AUDIA AKUSTIK GmbH als eines der ersten Unternehmen in den neuen Bundesländern mit der Herstellung modernster Hörsysteme. 2002 zog der Betrieb vom bisherigen Firmensitz Kölleda nach Sömmerda in die Franz-Mehring-Straße 13.

Zum Betriebsbesuch führte der Geschäftsführer bei AUDIA AKUSTIK, Lutz Kupper, die Gäste durch das Unternehmen und gab einen Einblick in die laufenden Produktionsprozesse. Jedes einzelne Produkt wird mit Hilfe modernster Fertigungstechnologie hergestellt. „Die Otoplastik-Produktpalette ist vielfältig und der Weg zur individuellen und hochwertigen Otoplastik - Ohrpassstück für Hörgeräte oder maßgefertigter Gehörschutz - umfasst viele verschiedene Prozessschritte“, so Lutz Kupper bei dem Rundgang.  Der Einsatz modernster Maschinen - allein im Jahr 2003 wurden 500.000 Euro in eine Laser-Stereolithografie-Fertigungsstrecke investiert - hat entscheidend dazu beigetragen, dass die AUDIA AKUSTIK GmbH inzwischen zu den größten Otoplastikherstellern in Deutschland gehört. Die Fertigungskapazität wurde 2012 und 2015 um jeweils eine Stereolithografie-Anlage erweitert.

Zu den bedeutendsten Innovationen der Firma gehört die AQ-Technologie. Mit Hilfe eines intelligenten, induktiven Ladeverfahrens können sowohl Im-Ohr- als auch Hinter-dem-Ohr-Geräte kontaktlos aufgeladen werden. Damit ist der Hörgeräteträger von dem lästigen und umweltschädlichen Batteriewechsel befreit. Die technische Lösung wurde patentiert und ist auf dem Hörgerätemarkt bisher konkurrenzlos.

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach individuellen Gehörschutzprodukten und maßgefertigten Kopfhörern enorm gestiegen. So konnte die AUDIA AKUSTIK GmbH jüngst ihre Neuentwicklung aus dem Bereich Im-Ohr-Kopfhörer während der Fachmesse für Hörakustiker, dem EUHA Kongress in Nürnberg präsentieren. PHeeL Kopfhörer heißt das neue Produkt  - die passgenauen Im-Ohr-Kopfhörer bieten eine erstaunlich natürliche Akustik und garantieren dabei den perfekten Sitz im Ohr.

Lutz Kupper und der ehemalige AUDIA AKUSTIK-Geschäftsführer, Helmut Steinbrecher - er wurde im Dezember 2015 in den Ruhestand verabschiedet - konnten für das vergangene Jahr wiederholt ein sehr positives Geschäftsergebnis erreichen. „Mit den uns am Standort zur Verfügung stehenden Möglichkeiten streben wir für die nächsten zwei Jahre eine Steigerung der Fertigungskapazität von 25 % an“, berichtete Kupper. Danach muss eine Erweiterung des Betriebes ins Auge gefasst werden. Dafür trägt sich der Geschäftsführer mit dem Gedanken, in Sömmerda weiter zu investieren. AUDIA AKUSTIK beschäftigt gegenwärtig 75 Mitarbeiter/innen.

Nach dem interessanten Rundgang durch das Unternehmen AUDIA AKUSTIK GmbH ging es weiter zu Püplichhuisen Kabeltechnik GmbH, wo Uwe Stadel - seit 10 Jahren Niederlassungsleiter im Betrieb -  die Gäste empfing.

Das traditionsreiche Familienunternehmen mit Stammsitz in Duisburg produziert seit 1991 in Sömmerda. Mit nur drei Mitarbeitern (zwei sind aktuell noch im Betrieb) stellte der damalige Geschäftsführer Dieter Püplichhuisen zusammen mit dem damaligen Niederlassungsleiter Wulf Severin anfangs Kabelkonfektionen - das umfasst die Produktion von einzelnen Litzen, anschlussfertigen Kabeln und komplexen Kabelbäumen mit Steckern und Kontakten - her. Im Jahr 1994 erfolgte der Umzug in den Firmenneubau im Gewerbegebiet „Am Oberwege“ in Sömmerda. Eine Erweiterung des Maschinenparks war notwendig und auch die Zahl der Mitarbeiter/innen stieg.

Aber damit nicht genug! 2006/2007 hat das Unternehmen die Produktionsfläche um eine weitere Halle ergänzt und ebenfalls in neue Maschinen investiert.
Der Plan, weitere Arbeitsplätze im Einkauf und in der Arbeitsvorbereitung zu schaffen, wurde 2011 mit dem Umbau des Bürotraktes umgesetzt. Somit konnte der Kundenstamm weiter aufgestockt und die Umsatzzahlen gesteigert werden.
Gegenwärtig beschäftigt Püplichhuisen ca. 50 Mitarbeiter/innen, die am hiesigen Standort Kabelsätze in Klein- und Mittelserien herstellen, Leiterplatten bestücken und Baugruppen montieren.

Im Lager finden sich alle Arten von Kupferkabeln und Litzen mit verschiedenen Ummantelungen, Steckverbinder sowie verschiedenste Arten von Schrumpf- und Isolierschläuchen.  „Wir planen nach Kundenvorgaben und verarbeiten Kontaktelemente aller namenhaften Hersteller“, informierte Stadel.
Bei dem Rundgang durch den Betrieb merkte man schnell, dass die Zahl der weiblichen Angestellten überwiegt. „Die Frauen haben einfach ein ruhigeres Händchen und bessere feinmotorische Fähigkeiten. Doch trotz alle dem brauchen wir auch Männer, die die  Maschinen bedienen“, so Stadel, wobei mittlerweile auch in diesem Bereich 2 Frauen tätig sind.

Ein großes Problem sieht der Niederlassungsleiter im Bereich der Fachkräftegewinnung. Er klagt über einen Mangel an geeigneten Azubis. „Es wird immer schwerer, ausreichend qualifizierte und motivierte Bewerber zu finden, die sich bei uns zur Fachkraft für Lagerlogistik, zum Fachlageristen oder zur/zum Industriekauffrau/-mann ausbilden lassen“, berichtete der Niederlassungsleiter. Dabei würde die Messlatte gar nicht so hoch liegen, schließlich lege man mehr Wert auf soziale Kompetenzen als auf den Notendurchschnitt. Zur Zeit bildet das Unternehmen einen Lehrlinge aus. Püplichhuisen pflegt Kontakte zur Sömmerdaer Einstein-Schule, zur IHK sowie zum Arbeitsamt  und bietet Orientierungsbesuche für Schulklassen an.  Auch Praktikas können die Schüler und Schülerinnen im Betrieb absolvieren.

Neben einem guten Job sind es die so genannten weichen Standortfaktoren, die Leute an die Stadt bzw. Region binden. Als Stadt könne man mit Partnern demnächst kurzfristig drei neue Wohngebiete in Sömmerda anbieten, so Bürgermeister Ralf Hauboldt. „Und wir wollen uns auch weiter in dieser Richtung engagieren.“
Das Unternehmen feiert am 01. April 2016 sein 25-jähriges Bestehen und blickt weiterhin zuversichtlich in die Zukunft.